|
Die Trainer-Stunde
|
Sehen wir uns einmal eine typische Trainer-Stunde an. Die junge, attraktive Frau Möller hat von diesem fantastischen neuen Trainer im Golfclub gehört, und sich telefonisch für eine Stunde angemeldet. Der Pro Sharper hat nach langen Bemühungen endlich eine Anstellung in einem norddeutschen Club bekommen können, und so dem Streß und den Ungereimtheiten seines bisherigen Berufslebens entfliehen können. Auch er ist etwas nervös, hat ihm doch die Stimme und die Begeisterung der Frau Möller gefallen. In ihm nagt der Zweifel, ob er in der Stunde auch "gut genug" sein kann. Als er Frau Möller begrüßt, wird er innerlich sofort unsicher. Sie sieht einfach gut aus und begrüßt ihn mit einem himmlischen Lächeln. Für Frau Möller ist es klar: Dieser Pro ist toll, und das zeigt sie ihm jetzt non-verbal. Als die beiden zur Driving Ranch gehen, fällt Sharper nichts ein, was er wirklich (emotional) mitteilen könnte, also begibt er sich auf sicheres Terrain und spricht über einfache Dinge. Wie lange spielen Sie Golf, was möchten Sie verbessern, wo sind Sie Mitglied, was ist ihr Handicap ? Frau Möller sieht darin erst einmal ihre Gefühle bestätigt. Dieser Mann ist toll, sie gibt ihm zwar all die gefragten Antworten, zusätzlich aber öffnet sie ihre emotionale Ebene und läßt ihre Attraktivität spielen. Das verwirrt Sharper noch mehr. Am Driving Ranch legt er deshalb los und gibt pausenlos Kommentare, denn immerhin möchte er ihr jetzt imponieren und auch dieser attraktiven Frau sein "hohes" Trainergehalt wert sein. "Das war schon ganz gut, Frau Möller, allerdings nehmen sie die Schulter etwas zu hoch. Und kippen Sie etwas mehr in den Knie, bewegen die Hüfte weiter nach vorn, und blicken sie genau auf den Ball." Nach einer Stunde schwirrt es bei Frau Möller im Kopf. Sie hat jetzt 15 Anweisungen, was sie machen soll, und 10, die sie nicht machen soll. Mit einem verkrampften: "Üben Sie das, und sie werden sich verbessern!" wird sie von einem leicht benommenem Sharper entlassen. Wenn wir jetzt einmal kommunikativ aufschlüsseln, was wirklich zwischen den beiden abgelaufen ist, können wir auch verstehen, warum Sharper die golferischen Fähigkeiten von Frau Möller eher verwirrt, und die menschlichen Qualitäten von Frau Möller völlig mißachtet. Das daraus resultierende Gefühl an Verwirrung und Unzufriedenheit steigert sich bei Frau Möller in den kommenden Trainer-Stunden, weil alle Fehler, Ungereimtheiten und Hilflosigkeiten von Sharper immer wieder mit denselben Strategien beantwortet werden. Nach einigen Monaten gibt Frau Möller auf, hat sich permanent verschlechtert und widmet sich anderen Hobbies. Eventuell sogar einem gut aussehenden Golfer, den sie jetzt in das Clubhaus begleitet. Aber Golfen wird sie nicht mehr. In jeder menschlichen Begegnung schwingen sämtliche Aspekte eines Menschen mit hinein, und eine rein kopfmäßige Anleitung wird den emotionalen Teil eines Menschen immer verwirren. Frau Möller hatte auf Erwiderung ihrer emotionalen Offenheit gewartet, ohne dadurch eine private oder intime Beziehung anstreben zu wollen. Sharper aber hatte in der Attraktivität auch eine Bedrohung gesehen, denn im privaten Bereich kann er keine Befehle, Anweisungen und Überlegenheit demonstrieren. Indem Sharper jede Kleinigkeit bei Frau Möller kommentierte, reduzierte er ihre eigene Fähigkeit zum Optimieren und Koordinieren ihrer Erfahrungen und brachte sie immer weiter in die Gefühle von Verwirrung, Mißverständnis und Ungeschicklichkeit. Sehen wir jetzt einmal, wie eine Stunde Mentales Golf im Institut für Sport & Wissenschaft aussehen würde, und verstehen wir die Unterschiede im rein menschlichen Bereich. Frau Möller hat nach langen Umwegen vom Institut für Sport & Wissenschaft gehört. Gleich beim Anruf im Institut sprach sie von ihrer Verzweiflung und dem Aufgeben im Golf. Ihr Gesprächspartner, Herr Poedtke, ging sofort auf ihre emotionale Äußerung ein und gab zu, daß sie ihre Gefühle und Empfindungen richtig einschätzte und schilderte.. Allein dadurch fühlte sich Frau Möller bestätigt und verstanden. Indem sie jetzt Vertrauen fasste, schilderte sie weitere Ungereimtheiten von ihren Golf-Runden, und kam schließlich auf einige Mißverständnisse mit dem Trainer zu sprechen. Poedtke ging wieder darauf ein, wie sie sich jedesmal gefühlt hatte. Plötzlich dämmerte es Frau Möller. All ihre emotionalen Empfindungen waren richtig gewesen, aber von Sharper nicht erkannt und wahrgenommen worden. Die emotionale Unsicherheit von Sharper wurde von ihm umgedeutet als sportliche Unsicherheit bei Frau Möller. Das Gefühl "Toll, ich will mit einem tollen Trainer mein Golf verbessern" wurde von Sharper nie aufgegriffen und als Basis für eine Verbesserung des Golfens eingesetzt. Als sich Frau Möller zu ihrer Sitzung Mentales Golfen mit Herrn Dao trifft, spricht sie gleich ihre Unsicherheit und Reserviertheit gegenüber Trainern an. Herr Dao geht wieder auf diese Emotionen ein und sagt, daß das nach ihren Erfahrungen vollkommen verständlich sei. Wieder erlebt Frau Möller, saß ihre Empfindungen richtig waren und bestätigt werden. Als sie zum Sitzungs-Zimmer kommen, bittet Dao Frau Möller, einfach innerlich noch einmal die Situation auf der Driving Ranch zu betrachten. Plötzlich wird es ihr klar: Ihr Gefühl der Begeisterung wurde nicht beachtet ! Und genau das hatte bei ihr ein Mißverständnis hinterlassen. "Nimmt der mich überhaupt ernst?" Als dann schon die ersten Anweisungen kamen, steigerte sich die Ungereimtheit in ihr, ohne daß sie sie zeigen konnte. Als Frau Möller jetzt noch einmal in ihre ursprüngliche Begeisterung geht, erlebt sie selber, wie ihr Schwug und ihre Koordination deutlich besser werden. Sie versteht jetzt, warum andere Trainer ihr immer nur äußere Anweisungen gegeben haben, die aber mit ihrer Empfindung nicht zusammenpassten. Indem sie diese Erkenntnisse gewinnt, steigert sich ihr Selbstwertgefühl und sie versteht, wie sie genauer und deutlicher auf die Signale ihres Körpers und ihrer Gefühle hören kann, wenn sie auf den Golfplatz geht. Neben den sportlichen Aspekten braucht jeder Mensch gerade auch menschliche Beachtung, und die emotionalen Anteile in uns wollen verstanden und bestätigt werden. Im Institut für Sport & Wissenschaft wurde ein Ansatz entwickelt, der auf die Empfindungen der Golfer eingeht, ohne sie zu kommentieren oder zu kritisieren. Was zuerst wie ein einfaches Gespräch aussieht, bekommt innerhalb weniger Minuten wesentlich mehr Brisanz, weil der MentalGolf-Trainer die Wahrnehmungen immer wieder dem Golfer zurückspielt. Dadurch entsteht Selbst-Erkenntnis. Plötzlich erlebt man, dass man sich und die eigenen Fähigkeiten viel schneller verstehen und einordnen kann. Ergebnis: Innere, menschliche Sicherheit. Bislang hat man angenommen, das Vermitteln von technischen Fähigkeiten würde auf Dauer auch sportliche Sicherheit hervorbringen. Der Umkehrschluß ist richtiger: Menschliche Sicherheit bringt körperliche Lockerheit. Der Körper entspannt und lockert sich, und optimiert komplexe Bewegungsabläufe "wie von selber". "Wir alle haben Laufen und Sprechen gelernt", erklärt Poedtke, "ohne darüber groß nachzudenken. Unser Verstand kann komplexen Abläufen entgegenwirken. Wir vertrauen auf die Ur-Instinkte, die bei Bewegungsabläufen wie Golf mehr gefragt sind, als komplizierte technische Anweisungen." |